Vereins-Chronik
Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr
Böhl – heute Musikverein „Musketiere“ Böhl – wurde im Jahre 1955 von
der freiwilligen Feuerwehr unter Kommandant Richard Kiefer aus der Taufe
gehoben.
Initiatoren waren: Klaus Mattern, Anton
Welsch, Werner Groß, Karl Eitzer, Arno Kiefer, Herbert Herrmann, Erwin Schäffer,
Günther Wittemann und Baldur Möller, die Mitglieder der damaligen
Wettkampfgruppe unter Führung von Emil Renner. Damals reifte bei den jungen Männern
der Plan, einen Spielmannszug ins Leben zu rufen, der Bestand haben sollte. Dass
dies gelungen ist, ist vor allem der Kameradschaft und dem Idealismus, die sie
der Sache entgegenbrachten, zuzuschreiben.
Man beschloss zunächst Querflöten und
Trommeln anzuschaffen und als Übungsraum wurde das Gasthaus „Zur Sonne“
auserkoren. In dem Wirt Emil Brendel fand sich ein Mann, der die Sache bestens
unterstützte und Saal sowie Nebenzimmer für die Übungsstunden zur Verfügung
stellte. In Gerhard Herrmann und Artur Schaaf fanden sich zwei Männer, die von
der Sache etwas verstanden und so konnte mit den Übungsstunden begonnen werden.
So wurde fleißig geübt und 1956 beim großen Sängerfest des MGV 1856 Böhl
war die Mehrzahl der Bürger überrascht, als der nur wenige Monate alte
Spielmannszug unter Stabführung von Gerhard Herrmann erstmals öffentlich
auftrat.
Die ersten Feste außerhalb unserer Gemeinde
wurden besucht und die ersten Verpflichtungen zur Teilnahme an großen Festumzügen
eingegangen. Inzwischen hatte der Spielmannszug auch Neuzugänge zu verzeichnen
und 1958 wagte man es, an einem Wertungsspiel teilzunehmen.
Man hatte schnell festgestellt, dass
Fanfarenmusik doch attraktiver war und bei Festumzügen
mehr Anklang fand. So wurden auf eigene Kosten Fanfaren und
Landsknechttrommeln angeschafft und die Querflöten eingemottet. Den jungen
Musikern war es aber nicht zuzumuten, dauernd in die eigene Tasche zu greifen,
denn – obwohl die Bürgermeister Flockert und Kuntz jegliche Unterstützung
gewährten – konnte der Fanfarenzug die Unkosten nicht decken. So beschloss
man 1962 die Abspaltung von der freiwilligen Feuerwehr und machte sich selbständig.
Als erstes wurden Landknechtuniformen angeschafft. 1963 führte der Verein ein
Spielmannszugtreffen – verbunden mit einer Standartenweihe – durch. Die
Standarte sowie die gestickten Ortswappen wurden von Frau und Herr Böhm
gefertigt.
1968 hat sich der Verein um eine
Blasmusikgruppe erweitert und der Verein führte nun den Namen „Fanfaren- und
Musikzug“.
Am 17.03.83 beschlossen die Musiker in einer
Spielerversammlung den Fanfarenzug aufzulösen und die Musiker in die
Blaskapelle zu integrieren. Die Landsknechtuniformen wurden abgelegt und die
Fanfaren eingemottet. Seit dem 29.03.85 führt der Verein seinen heutigen Namen.
Am 18.11.88 übernahm Alois Welsch den 1.
Vorsitz im Verein. Gerhard Herrmann, der die Vereinsgeschicke seit 1975 leitete
wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die musikalische Leitung übergab er dann
1990 an Heinz Münch. Im Jahre 1995 feierte der Verein sein 40jähriges
Bestehen. Dabei wurde, zusammen mit der befreundeten Kapelle aus Büchenberg in
der Rhön, der große Zapfenstreich aufgeführt. Beim Jubiläumskonzert wurde
Heinz Münch als Dirigent verabschiedet und die musikalische Leitung übernahm
Werner Loh.
1997 übergab Alois Welsch die Vereinsleitung an Ralf Claaßen, der den Verein bis 2007 führte. Das Zepter der Vereinsführung wechselte dann auf Susanne Hänel, die seitdem den Verein führt. Seit September 2000 ist Uwe Hirschgänger für die musikalische Leitung verantwortlich.
Im Jahre 2005 konnte der Verein sein 50. Jubiläum feiern. Mit zwei Konzerten, einem Platzkonzert mit grossem Zapfenstreich, einem Musikfest mit grossem Festzelt, dem ökumenischen Dank- und Gedenkgottesdienst in der kath. Pfarrkirche Böhl sowie vielen kleineren Veranstaltungen und einer CD-Aufnahme wurde dieses Ereignis ein ganzes Jahr gefeiert. In diesem Jahr kam auch die durch Ralf Claaßen neu gegründete Jugendkapelle zum ersten mal gross in Einsatz.
Es bleibt zu hoffen, dass der Verein Bestand
hat und es weiterhin Idealisten gibt, die diesen Klangkörper für die Zukunft
erhalten und pflegen werden.